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Der Wein
In diesem Chianti Classico Gran Selezione 2020 zeigt sich der Sangiovese zugleich konzentriert und frisch. Was mich einnimmt, ist das Gleichgewicht zwischen den wilden roten Früchten, den Veilchen und einem Hauch Unterholz, ohne dass das Holz die Oberhand gewinnt. Ein Wein mit Charakter, dessen Eleganz aber stets im Vordergrund steht.
Vigna Gittori liegt im Gebiet des Chianti Classico in der Toskana und gibt dieser Cuvée von Riecine ihren Namen. Das Weingut ist 2019 Eigentümer der Parzelle geworden, nachdem es sie jahrelang sorgfältig bewirtschaftet hatte. Dieser Schritt hat den Weg für einen eigenständigen Wein geebnet: Die Sangiovese-Trauben werden hier mit großer Sorgfalt ausgewählt, im Weinberg wie im Keller. Der Anbau erfolgt biologisch, und die angegebene Herkunftsbezeichnung ist DOCG Chianti Classico.
Die Vinifikation setzt auf Gleichgewicht statt auf Effekt. Nach dem Entrappen gären die Trauben in Zementtanks und mazerieren anschließend 25 Tage, um Tiefe zu gewinnen, ohne die Harmonie zu verlieren. Danach reift der Wein 24 Monate in 500-Liter-Eichenfässern, die seit mehr als vier Jahren verwendet werden: Ihre Aufgabe ist es, Frucht und Struktur zu begleiten, nicht sie zu verdecken. Sechs Monate Flaschenreife auf dem Weingut gehen der Markteinführung voraus. Beim Jahrgang 2020, der von der Hitze geprägt war, führt diese Herangehensweise zu einem Profil, das als frischer und eleganter beschrieben wird.
Die Farbe ist Rot, wobei der genaue Farbton nicht angegeben ist. Die Nase öffnet sich mit wilden Beeren und duftenden Veilchen und lässt dann Noten von Moos und Asche erkennen, mit einem Anflug von weißem Pfeffer. Am Gaumen ist die Substanz konzentriert, doch die lebendige Säure verleiht Schwung und Frische. Die feinen Gewürze aus dem Ausbau setzen Akzente auf der Frucht, ohne sie zu überdecken. Ich finde es interessant, dass sich die Tiefe nicht als Schwere äußert: Der Wein bewahrt eine ausgewogene Linie und ein verfeinertes Profil, ganz im Sinne des Sangiovese, den diese Parzelle in den Vordergrund stellt.
Ich würde ihn zu gebratenem Fleisch, einem Schmorgericht oder gebratenen Pilzen servieren: Gerichte, die genug Geschmack haben, um seiner Konzentration gerecht zu werden, aber ohne allzu süße Soße oder dominante Gewürze. Seine Frische dürfte ebenso gut zu einer Küche mit Kräutern und gegrilltem Gemüse passen. Öffne die Flasche etwas vor dem Essen und gib ihm Zeit, sich im Glas zu entfalten. Wenn du toskanische Rotweine magst, bei denen Frucht, Säure und Ausbau im Dialog bleiben, bietet Vigna Gittori eine schöne Gelegenheit, sich Zeit zu nehmen und zu hören, was diese Parzelle erzählt.
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