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Der Wein
Es gibt Weine, die man zuerst über ihren Ort und ihre Art der Herstellung erzählt. Dieser Tenuta di Carleone 2023 stellt den Sangiovese in den Vordergrund, mit biologischem Anbau und einem Ausbau von achtzehn Monaten in Edelstahl- und Betontanks. Ich empfehle ihn, wenn du eine Flasche suchst, die in den Hügeln des Chianti verwurzelt ist, ohne erfundene Verkostungsangaben, nur um das Porträt zu füllen.
Die Tenuta di Carleone liegt im Herzen des Chianti, in der Landschaft zwischen Siena und Florenz. Das Weingut beansprucht eine Verbindung zu den historischen Grenzen des Chianti Storico, eine Art, diesen Wein in eine lange toskanische Weinbaugeschichte einzuordnen, statt ihn auf eine bloße geografische Angabe zu reduzieren. Sean O’Callaghan, ein englischer Winzer, der als leidenschaftlich für das Terroir beschrieben wird, leitet die Arbeit im Keller. Die Reben bedecken zwanzig Hektar inmitten bewaldeter Hügel, kleiner Wasserläufe und fruchtbarer Ebenen. Der Anbau ist biologisch, und das Weingut arbeitet außerdem nach biodynamischen Methoden.
Die angegebene Rebsorte ist der Sangiovese, nach Auslese in den Weinbergen von Hand gelesen. Die genannte Vinifizierung umfasst indigene Hefen, verlängerte Mazerationen und einen begrenzten Schwefeleinsatz. Der Wein wird anschließend achtzehn Monate in Edelstahl und Beton ausgebaut. Eine Angabe auf dem Etikett verdient allerdings Erwähnung: Der Wein wird unter der Bezeichnung Chianti Classico präsentiert, während die übermittelte Stilangabe ihn der IGP Toscana zuordnet. Ich weise dich lieber auf diese Diskrepanz hin, als sie ohne ausreichende Informationen aufzulösen. Die verfügbaren Quellen beschreiben weder die Farbe noch die genauen Aromen oder den Geschmack am Gaumen; ich werde ihm daher keine Noten von Kirsche, Gewürzen oder Unterholz zuschreiben. Das mitgeteilte Profil ordnet ihn zwischen Leichtigkeit und Körper sowie zwischen Jugend und deutlichem Ausbau ein, mit einer fruchtig-würzigen Ausrichtung. Außerdem wird ihm von Parker eine Bewertung von 93/100 zugeschrieben.
Ich würde ihn zu Wild, einem gebratenen hellen Fleisch, einem Stück rotem Fleisch oder einer schönen Platte mit Aufschnitt und gereiften Käsesorten servieren: Das sind die Speisenbegleitungen, die für diesen Wein vorgeschlagen werden, und sie bieten je nach deinem Menü mehrere Möglichkeiten. Für eine schlichtere Tafel genügen ein gereifter Käse oder einige Scheiben Aufschnitt, um die Verkostung zu eröffnen, ohne die Kombination unnötig zu verkomplizieren. Wähle ihn für ein Abendessen, bei dem du über den Sangiovese und die Landschaft, aus der er stammt, sprechen möchtest, oder bewahre ihn für ein Sonntagsessen auf, das sich Zeit lässt. Gib ihm im Glas ein wenig Luft und urteile dann selbst, was seine Frucht und seine Gewürze dir nahelegen. Der Reiz liegt hier auch im biologischen Anbau und in einer Vinifizierung, die die Rebsorte in den Mittelpunkt stellt. Eine Flasche, die man neugierig teilt, ohne auf genaue Geschmacksnoten zu warten, die die verfügbaren Informationen nicht bestätigen.
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