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Der Wein
Mit Il Terzo Grado setzt The Juice Asylum auf einen wenig geschminkten Ausdruck des Weins, in dem mehrere toskanische Rebsorten zusammenkommen, ohne ihre Vielfalt zu verwischen. Ich empfehle ihn denjenigen, die leichte, fruchtige Rotweine mögen, die im Keller mit maßvollen Eingriffen gestaltet werden, statt durch starke Extraktion oder kräftigen Ausbau.
Das Weingut The Juice Asylum ist das persönliche Projekt von Alessio Guidi, einem in der Toskana ansässigen Winzer, das 2016 gestartet wurde. Der Name erinnert an eine Zuflucht, eine Form von Schutz: eine Idee, die seine Suche nach einem naturnahen Weinbau und einer entsprechenden Vinifizierung begleitet, mit Raum für Experimente. Il Terzo Grado steht für diesen Ansatz von Freiheit und Transparenz, ohne dass die Quellen eine engere Herkunftsbezeichnung oder ein kleineres Anbaugebiet als die Toskana nennen.
Der Jahrgang 2023 verbindet 60 % Sangiovese, 18 % Mammolo, 11 % Alicante und 11 % andere rote Rebsorten. Die Trauben werden bei optimaler Reife von Hand gelesen und stammen aus biodynamisch bewirtschafteten Weinbergen. Der Wein wird als biologisch und vegan beschrieben. Im Keller mazeriert die Hälfte des Sangiovese fünf bis sechs Tage mit den Schalen; die andere Hälfte erfährt eine kürzere Mazeration in der Presse. Die übrigen Rebsorten vergären gemeinsam in semi-carbonischer Gärung und stoßen dann zum Sangiovese. Die Gärungen verlaufen spontan in Edelstahltanks. Nach der Assemblage wird der Wein ohne Schönung und ohne Filtration mit einer geringen Schwefeldosis abgefüllt.
Der Ausbau dauert sechs Monate: Manche Cuvées ruhen in alten Eichenfässern, andere in Edelstahltanks. Die verfügbaren Verkostungsinformationen beschreiben Farbe, Nase oder besondere Aromen nicht genau; ich verzichte deshalb darauf, sie zu erfinden. Das angegebene Profil ist jedoch in seinen Grundzügen klar: eher fruchtig als von Gewürzen geprägt, jung statt vom Holz dominiert und leicht im Mund. Der zurückhaltende Ausbau und die Verbindung mehrerer Sorten ergeben so einen Rotwein, den man wegen seiner stilistischen Frische und seines wenig eingreifenden Ansatzes entdecken sollte, ohne auf eine detailliertere Aromabeschreibung als die hier angegebene zu warten.
Ich würde ihn zu einem Risotto, Pasta, einer Pizza oder einem Reisgericht servieren, aber auch zu Gemüse und hellem Fleisch: einfache Harmonien, die dem Wein seinen Platz lassen, ohne ihn zu überdecken. Er kann auch einen hellen Fisch begleiten. Für ein geselliges Essen, bei dem du Lust auf einen leichten Rotwein und eine Flasche mit transparenter Kellerarbeit hast, bietet Il Terzo Grado 2023 eine schöne Gelegenheit, eine persönliche Interpretation der Toskana zu probieren.
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