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Der Wein
In den frischen Hügeln des Chianti Rufina steht der Fattoria Selvapiana 2024 in einer alten Geschichte und einer Berglandschaft. Ich empfehle ihn allen, die einen Wein ebenso über seinen Ort wie über seinen Ausbau verstehen möchten: Hier dominiert der Canaiolo die Cuvée, und das Holz begleitet den Wein, ohne dass die verfügbaren Informationen ihn als stark holzbetont darstellen.
Dieser Rotwein trägt die Bezeichnung DOCG Chianti Rufina, die kleinste der Denomination. Das Anwesen der Fattoria Selvapiana erstreckt sich über 250 Hektar, verteilt auf Rufina, Pelago und Pontassieve, in den Hügeln der Apenninen. Seine Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück, als der Ort als Wachturm und Verteidigungsanlage für Florenz diente. Später wurde er zu einem Sommersitz für Bischöfe und florentinische Adelsfamilien. 1826 erwarb ihn der Bankier Michele Giunti; das Anwesen wird seitdem von Generation zu Generation weitergegeben. Heute wird es von Silvia und Federico Masseti geführt.
Der Chianti Rufina ist der erste Wein der Fattoria Selvapiana und bildet einen Pfeiler ihrer Produktion. Das Gut ist außerdem dafür bekannt, als erstes Rotweine aus reinem Sangiovese hergestellt zu haben, eine Ausrichtung, die mit Francesco Giunti verbunden wird, der den Betrieb von 1957 bis 1997 leitete. Für den hier vorgestellten Jahrgang 2024 ist die angegebene Cuvée jedoch eine andere: 95 % Canaiolo und 5 % andere rote Rebsorten. Die kühlen Sommer und der deutliche Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperaturen begünstigen eine langsame Reifung der Trauben, mit gutem Gleichgewicht und angenehmer Säure.
Die Lese erfolgt teils von Hand, teils maschinell. Die Gärung findet in Edelstahltanks mit einheimischen Hefen statt, danach verbleibt der Wein etwa 25 Tage auf den Schalen, begleitet von Überpumpungen. Anschließend reift er knapp zehn Monate in französischen Eichenfässern. Die verfügbaren Verkostungshinweise nennen weder die Farbe noch besondere Aromen oder Details zum Geschmack am Gaumen: Ich verzichte darauf, sie zu erfinden. Sie ordnen den Wein jedoch zwischen Frucht und Gewürzen, zwischen Jugendlichkeit und Fassausbau ein, mit einer eher breiten Struktur. Das liefert Stilmerkmale, aber keine detaillierte aromatische Beschreibung.
Zu Tisch eröffnen die vorgeschlagenen Speisenbegleitungen mehrere Möglichkeiten: Pizza, Pasta oder Risotto für ein geselliges Essen, milde oder gereifte Käsesorten, um die Verkostung zu verlängern. Du kannst ihn je nach Menü auch zu rotem Fleisch oder Wild servieren. Er ist ein Wein, den du in Betracht ziehen solltest, wenn du einen toskanischen Rotwein möchtest, der mit einem bestimmten Terroir und einer langen Familiengeschichte verbunden ist. Ich würde ihn das Essen begleiten lassen, ohne Noten zu suchen, die die Quellen nicht beschreiben: Das Weingut, die Cuvée und der Ausbau bieten bereits genug Stoff zum Entdecken.
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